Freitag, 16. Oktober 2009

Besuch unserer Partnerschule Rupapur


Was für ein Tag!Er begann mit Haferflocken, Cornflakes und Milch. Naja, zumindest Wasser mit Milchpulver und Klümpchen.Um 10:30 Uhr konnten wir uns (pünktlich!) auf den Weg machen, unsere Partnerschule im Dorf Rupapur zu besuchen. Dieses Dorf liegt so abseits, dass die Hinfahrt schon ein Abenteuer war: Von der holprigen Straße und einem breiteren Feldweg bis hin zu einem Trampelpfad mit dem Auto! Trotzdem kamen wir unversehrt an.Unsere Partnerschule besteht aus einem aus Lehm gebauten einklassigen Häusschen, das von innen mit bunten selbstgemachten Girlanden und Wandmalereien verziert ist. Alle Kinder saßen brav auf dem mit Strohmatten ausgelegten Lehmboden; vor ihnen ihre nach Größe sortieren Schulhefte und –bücher. Große Augen starrten uns an. Wir setzten uns zwischen die Schüler und stellten uns nacheinander vor. Mithilfe von unseren Dolmetschern konnten wir interessante Fragen klären und einen ersten Kontakt mit den 19 Grundschülern aufbauen. Sie alle befinden sich im dritten Schuljahr, wenngleich sie auch unterschiedlichen Alters sind (8-14 Jahre). Wir konnten sogar eine Unterrichtsstunde im Fach Englisch beobachten, in der die Kinder verschiedene Wörter schreiben und buchstabieren mussten.Wir überreichten ein persönliches Geschenk – ein selbst gemaltes Bild einer Schülerin des MEG, sowie die Texte zu unserer Schule – und bekamen als Dankeschön verschiedene Tänze und Lieder, sowohl in Bangla, als auch in Orao (ihrer eigenen Sprache als ethnische Minderheit) dargeboten. In Kleingruppen sahen wir uns anschließend sogar die Familien und Häuser der Kinder an und sprachen und spielten mit ihnen. Jeder wollte einmal fotografiert werden und die glücklichsten Gesichter sahen wir, als sie das Foto in der Digitalkamera wiedererkennen konnten. Zufällig hatten wir kleine Wackelbildchen dabei, die wir an die Kinder verteilten. Alle Hände streckten sich uns entegegen, denn jeder wollte eins ergattern.



Dabei beließen wir es heute, da wir am Samstag einen zweiten Besuch dieser Parnterschule geplant haben, an dem wir mit den Kindern gemeinsam singen, spielen und tanzen werden. Eigentlich waren wir alle nach der holprigen Rückfahrt erschöpft, ließen uns aber nicht die Gelegenheit nehmen, ohne Begleitpersonen in die nahegelegene Innenstadt von Joypurhat zu gehen und die Läden zu erkunden. Da wir jetzt alle sogar heile wieder zurückgekommen sind, können wir uns frisch machen für den heutigen anstehenden kulturellen Abend der für Manfred Krüger, Vorsitzender und Mitbegründer von NETZ, (soeben hier eingetroffen) veranstaltet wird. Begleiten werden uns außerdem zwei Workshoppartnerinnen, die in der Nähe wohnen. So können wir noch einmal unseren Kontakt vertiefen.





























Übrigens – zu einer üblichen Redewendung in unserer Gruppe und allen Workshoppartnern, die wir kennen, ist folgendes geworden:„Was geht ab?“- „Läuft!“

2 Kommentare:

  1. Hallo, ihr Lieben!
    Ich bin immer ganz gespannt auf euren nächsten Reisebericht und die Bilder. Vielen Dank, dass ihr euch die Mühe macht, denn ihr seid sicher oft sehr müde und müsst euch dann zwingen, uns die Infos so ansprechend aufbereitet zu schicken.
    Habt ihr erfahren können, wozu die Spenden der St. Martins-Aktion 2009 vom MEG genutzt werden?
    Wie haben die Kinder auf die Informationen und Geschenke unserer 5-Klässler reagiert? Hoffentlich könnt ihr dazu ein paar Bilder schießen.
    Liebe Grüße an euch alle (incl. an den Netz-Vorsitzenden)
    Julia Krüger

    AntwortenLöschen
  2. Hallo Ihr Lieben,

    es ist fantastisch für mich zu erleben, mit wieviel Einsatz ihr euch vor Ort bewegt, welche tiefprägenden Eindrücke des Lebens in Bangladesch ihr in euch aufnehmt, und wie ihr selber sagt, auf diesem Hintergrund euer Leben in Deutschland in ganz neuen Relationen erscheint. Wenn ich eure täglichen Berichte lese, kann ich mir sogar als ganz weit entfernter Beobachter ausmalen, welche prägenden Lebenserfahrungen ihr täglich machen dürft. Eure Dastellungen sind keine bloßen Berichte, sondern geben uns bestmöglich die erlebte Lebenswirklichkeit wieder. Trotz aller täglichen Strapazen, die ihr auf euch nehmt, und der darus resultierenden Müdigkeit, von der ihr oftmals gesprochen habt, lasst ihr uns bildlich vorstellbar an eurem Austausch teilnehmen.
    Es ist schön zu hören, dass ihr die Früchte unseres schulischen Engagements für Bangladesch gesehen habt und sehen könnt. Ich hoffe, diese Nachrichten verstärken bei uns in der Heimat den Eindruck der Wichtigkeit unseres schulischen Handelns für Bangladesch. Ich danke euch noch einmal, verbunden mit der Bewunderung für euren Mut, dass ihr als Botschafter unserer Schule die Reise angetreten habt. Viele liebe Grüße für die letzten Tage an euch 9 Schülerinnen und Schüler, sowie Frau Manke und Herrn Karsch.

    Paul Birnbrich

    AntwortenLöschen