Mittwoch, 21. Oktober 2009

Rückreise



Das war eine kurze Nacht! Schon um 6.00 Uhr hieß es raus aus den Betten, die letzten Utensilien in den Koffern verstauen und kurz frühstücken. Unsere beiden Busfahrer, die uns nach Gaibandha und Joypurhat gefahren hatten, brachten uns auch dieses eine letzte Mal zum Flugplatz. Wir hatten vorsichtshalber 1 Stunde mehr für die Fahrt zum Flughafen eingeplant, was im nach hinein sich als äußerst knapp erwies. Denn wie immer in Dhaka, standen wir im Stau. Nur die Bahn hatte freie Fahrt. Dieses Bild mit Menschentransport auf den Waggondächern hatten wir schon öfter gesehen. Auch auf den Busdächern oder einfach auf LKW-Ladungen hockten die Bengalen und ließen sich nicht von der Fahrgeschwindigkeit oder dem Fahrtwind abschrecken. Die Zeit lief. Werden wir es pünktlich schaffen? Nun, wir haben es geschafft, aber so knapp, dass die Verabschiedung von Agata sehr kurz, aber herzlich und mit Tränen in den Augen ausfiel. Das Einchecken brauchte viiiiiieeeel Zeit – wie immer! Ruhe bewahren, wird schon! Das sind eben die Bengalen. Sie handeln oft nach dem Prinzip: komm ich heut’ nicht, komm ich morgen.
Der Flug wurde größtenteils verschlafen oder mit Videos ansehen, Musik hören, essen und trinken verbracht. Die Flugzeit ist halt lang und auf der Rückreise hatten wir beim Transfer in Dubai keine Zeit zum Shoppen in Duty-Free Läden oder zum Kaffee trinken.
In Düsseldorf angekommen, wurden wir mit Sekt und Brezeln empfangen. Alle waren froh! Die einen, dass wir wieder heile in Deutschland angekommen sind und die anderen, die Familie und Freunde wieder zu sehen, deutsche Ordnung, Verlässlichkeit, “Wohlstand“ und Essen genießen zu dürfen. Eine Reise war zu Ende. Eine Reise, die uns so viele Eindrücke beschert hat, dass wir wahrscheinlich gar nicht wissen werden, womit wir beim Erzählen anfangen sollen.

Montag, 19. Oktober 2009

Der letzte Tag in Bangladesch


Auch unser letzter Tag hier in Bangladesch wurde zu einem ausgiebigen Shopping-Tag.
Aber zuerst stand ein Besuch im NETZ-Office an. Dort erfuhren wir viel über die Arbeit von NETZ und die unterschiedlichen Projekte. Außerdem reflektierten wir unsere gesamte Reise mit Manfred Krüger und einigen anderen NETZ Mitarbeitern.
Danach fuhren wir, wie bei unserem ersten Aufenthalt in Dhaka, zum New Market und kauften erneut einige Kleinigkeiten für unseren Basar ein. Doch auch für uns konnten wir viele Mitbringsel ergattern und besonders Felix entdeckte den Spaß am Shoppen. Seine Taschen waren überfüllt mit Einkäufen aller Art.
Dann ging es weiter zum größten Shopping-Center Südasiens, wo wir eine große Auswahl an Geschäften hatten, die sich über 8 Etagen erstrecken.









Nachdem wir unsere Einkäufe erledigt hatten, fuhren wir in ein edles Restaurant, um mit einigen deutschen und bangladeschischen Bekannten zu Abend zu essen.
Nun sitzen wir als Gruppe zusammen im Gästehaus und genießen den letzten Abend zusammen in Bangladesch.
Morgen heißt es für uns früh aufstehen, da wir nach bangladeschischer Zeit um 11.15Uhr losfliegen. Nach deutscher Zeit landen wir um 19.40Uhr in Düsseldorf.
Wir verlassen Bangladesch mit einem lachenden und einem weinenden Auge und sind stolz, dass wir an diesem Austausch teilnehmen konnten.
Bis morgen Abend zurück in Deutschland, eure Bangladesch-Truppe.




Arne, Felix, Julia und Eva lost in Dhaka


Shoppen ohne Ende!!!
Nach dem Frühstück gingen wir gestärkt auf die große Einkaufstour. Mit etlichen Takas im Brustbeutel fuhren wir von einem Einkaufszentrum zum nächsten, immer mit Blick auf private Andenken, Kleidungsstücke, Mitbringsel und nicht zuletzt für Sachen, die wir auf einem Bazar in unserer Schule verkaufen möchten. Ja, ihr lest richtig: noch vor Weihnachten könnt ihr euch die tollsten Weihnachtsgeschenke an unserem bangladeschischen Stand kaufen. Natürlich werden wir die Sachen mit einem Gewinn verkaufen, um anschließend wieder der Organisation Netz Geld zur Unterstützung der hiesigen Projekte zukommen zu lassen. Dennoch werden die Preise sicherlich für euch annehmbar sein.
Und so ereignete sich auf dieser großen Einkaufstour, dass sowohl Julia und Felix in der einen Rikscha als auch Arne und Eva in der anderen plötzlich allein im Trubel des Verkehrs saßen. Von der anderen Straßenseite winkte Daniel Karsch uns noch lächelnd zu. Das Problem allerdings bestand darin, dass er genau in die andere Richtung fuhr und unsere Rikschafahrer nicht einfach drehen konnten, sondern im Verkehr festsaßen. Ja, da thronten wir also hilflos in unseren Rikschas:

- Verständigung in Bangla? - not possible!
- Die anderen Anrufen? - not possibel, keine Takas mehr auf dem Handy!
- Das Einkaufszentrum dem Rikschafahrer sagen? – not possibel , da unbekannt!























Also Ruhe bewahren und zumindest zu Viert zusammenbleiben. Die Rikschafahrer strampelten sich ab und irgendwann klingelte das Handy. Gott sei Dank! Die anderen hatten inzwischen auch unseren Verlust bemerkt und riefen an. Da Agata perfekt Bangla spricht, wurde das Handy ohne zu zögern dem Rikschafahrer gereicht. Zehn Minuten später wurden wir mit einem lauten Halli und Hallo begrüßt. Die Shoppingtour nahm ihren weiteren Verlauf.
Müde Füße, knurrender Magen, aber glücklich über den guten Einkauf fuhren wir zurück zu unserer Unterkunft. Dort war bereits für uns gekocht worden und zu unserer Überraschung standen auch gekochte Kartoffeln auf dem Tisch.“Yeah! Ich mach Bratkartoffeln!“ Schon hatte Rosa das Messer in der Hand und Christina bereitete die Spiegeleier zu. Ein einziger Festschmaus! Inzwischen träumen wir von Bratwurst, Leberwurstbrot, Rotkohl, Vollkornbrot, Goudakäse ...Also nun wisst ihr ja, womit ihr uns eine Freude bereiten könnt.

Sonntag, 18. Oktober 2009

Spiel und Spaß mit den Kindern unserer Partnerschule


Heute sollte also tatsächlich der vorletzte offizielle Programmpunkt unserer Reise sein?! Das ist kaum vorstellbar, ist doch die Zeit wie im Flug vergangen. Nach einem fast europäischem Frühstück mit Fladenbrot, hart gekochtem Ei, Marmelade oder Cornflakes fuhren wir voller Erwartung zu unserer Partnerschule. Noch einmal dieses satte Grün der Landschaft genießen! Noch einmal die Rikschafahrer mit ihren verschiedensten Ladungen bewundern: ob Menschen, ob Hühner, ob Bananen oder Gelbwurz, ob Tontöpfe oder Bambusstangen. Wie immer sahen wir geschäftiges Treiben an den kleinen aus Holz oder Wellblech gebauten Straßenläden Jeder Blick aus dem Autofenster wird intensiv wahrgenommen und schon fast mit einem leidvollen Bedauern, dass spätestens in der Metropole Dhaka dieses Bild Bangladeschs vorbei ist, innerlich aufgesogen.
Bepackt mit den Materialien für unsere Spielstationen ziehen wir an Reis- und Auberginenfelder vorbei zur Partnerschule. Schuhe aus!!! Chaos vor der Schultür! Können denn die Deutschen ihre Schuhe nicht genau so ordentlich hinstellen wie die bengalischen Kinder, also im Kreis?! Fast 2 Stunden spielen wir mit ihnen. Da wir so viele Sachen von unseren 5-ten und 6-ten Klassen erhalten hatten, haben wir uns Stationen überlegt, die die Kinder in Kleingruppen nacheinander besuchten:
- Würfelspiele/Brettspiele
- Memory
- Malen mit Wasserfarben
- Malen mit Wachsmalstiften und Filzstiften /Zauberlineale
- Fadenspiele/ Strickliesel
- Schminken / Tatoos
- Scooby Doo (Flechten von Kordeln und Armbändern)
- Gummitwist und andere Spiele
- Steckbrief einer 6-ten Klasse
- Polaroid-Fotoaufnahmen

























Nach kurzer Zeit liefen bengalische Indianer, Prinzessinnen und Piraten durch den Klassenraum. Ihre gemalten Bilder hoffen wir unversehrt mit nach Deutschland bringen zu können. Eure (MEG) gespendeten Sachen haben großen Anklang gefunden und liegen nun gut sortiert neben dem kleinen Schränkchen im Klassenraum. Eure Texte (MEG) und das Klassenfoto sowie das selbst gemalte Bild hängen über der Tafel, sichtbar für alle Schulkinder.
Zum Abschluss wurde für unsere Gruppe wieder getanzt. Wie üblich, saßen wir wie kleine Könige auf den einzigen Stühlen im Dorf, schön aufgereiht unter Tüchern als Sonnenschutz. Die Stimmung war fröhlich und ausgelassen und selbst die Männer des Dorfes trugen nach einer kurzen internen Diskussion zum Gelingen des Festes bei. Sie kamen mit Musikinstrumenten auf die Tanzfläche und zeigten einen Tanz, der uns nach kurzer Zeit animierte, mitzutanzen. Na, ja, wir tanzten so gut wie es ging, denn die Schrittfolge wechselte sehr schnell und kaum hatten wir die eine begriffen, da fing auch schon die nächste an. Aber das war egal. Es zeigte die gute Stimmung und den persönlichen Kontakt, den wir in der kurzen Zeit geknüpft hatten und der noch hoffentlich lange in Erinnerung bleibt. Those funny Germans!

Dann hieß es aber wirklich Abschied nehmen. Wir waren durchgeschwitzt und fühlten uns so richtig „schmandig“ (naß, klebrig) – eigentlich wie immer. Zurück im Quartier wurde schnell gegessen und gepackt, dann ging es auf eine 7-stündige „Heimreise“ nach Dhaka.
Was kann man sich doch schnell an die hiesigen Fahrgewohnheiten gewöhnen! Auf der Fahrt von Dhaka nach Gaibandha saßen wir schreiend im Kleinbus (vgl. Foto von Corinna). Jetzt saßen wir völlig gechillt und relaxed, I-Pod hörend, Buch lesend oder einfach die Fahrt genießend im Auto.
Morgen, in Dhaka, werden wir dann wohl unsere große shopping-tour unternehmen.

Freitag, 16. Oktober 2009

Weltkulturerbe Parhapur


Da der gestrige Tag wieder etwas anstrengender war und wir spät noch eine Reflexionsrunde mit Manfred angesetzt hatten, konnten wir unseren "Freien Tag" nutzen, um etwas länger zu schlafen. Nach dem Frühstück warteten wir dann auf Shoma, um zum "Parhapur Musuem" zu fahren. Auf dem Weg dorthin haben wir noch Sultana, ebenfalls eine Workshoppartnerin von uns, und ihre Schwester abgeholt. Die Fahrt war wieder einmal sehr holprig und, wie in den letzten Tagen auch, benötigten wir viel Wasser, da die Sonne immer noch sehr stark und warm von oben auf uns herunter schien. Als wir aus dem Auto stiegen, versammelte sich wie üblich eine kleine Menschenmenge um uns und uns wurde sofort ein Sonnenschirm angeboten, den wir aber dankend ablehnten. Nachdem wir den Eintritt bezahlt hatten (Bangladeschi: 10 Taka = 10 Cent, Bideschi (Ausländer): 100 Taka = 1 Euro) und wir durch ein kleines Tor zum Museumseingang schreiten wollten, bemerkten wir, dass die Musuemstür noch verriegelt war. Also entschlossen wir uns zuerst den "Mountain", wie Shoma ihn nannte (ein früherer buddhistischer Tempel), zu erklimmen, um ein paar schöne Fotos zu schießen.













Auf dem Weg dorthin kamen wir an einem kleinen Jungen vorbei, der den Besucher Erdnüsse verkaufte. Hier zeigte sich, wie verbreitet die Vorurteile gegenüber den "reichen Weißen" sind, da er uns bereits in seinem Alter die Erdnüsse, die ein Einheimischer für 10 Taka bekam, für 100 Taka verkaufen wollte.
Als wir dann wieder am Museumseingang ankamen, war die Türe immer noch verschlossen und erst nach einer Weile konnten wir endlich eintreten. Da zeigte sich mal wieder die bangladeschische (Un)pünktlichkeit. Im Museum waren sehr viele buddhistische Ausgrabungen ausgestellt, da wir es jedoch sehr eilig hatten, uns mit einem Schokoeis zu erfrischen, waren wir schnell mit dem Besichtigen der Ausstellung fertig. Danach teilten wir uns in zwei Gruppen auf: Die erste fuhr zurück in unser Ashroi-Quartier und die zweite weiter, um
den nächsten Tempel zu besichtigen. Abends trafen wir uns im Quartier wieder, um gemeinsam Shoma und ihre Familie zu besuchen. Dort wurden wir herzlich begrüßt und bekamen leckere Speisen aufgetischt. Außerdem wurde noch für uns gesungen. Als Gegenleistung sangen wir wie immer "Bruder Jakob" und das bangladeschische Lied "Amra Sabai Raja". Zum Schluss bekamen wir noch Shomas jahrelangen heimlichen Freund zu Gesicht. Ihn musste sie in einem nahegelegen, dunklen Wäldchen abholen und konnte ihn nur mithilfe einer erfundenen Geschichte das erste Mal zu sich mit nach Hause nehmen. Zurück bei Ashroi gab es das übliche Abendessen (Reis mit Dal und Fisch) und jetzt machen wir uns fertig für die letzte Nacht
in Joypurhat.

Besuch unserer Partnerschule Rupapur


Was für ein Tag!Er begann mit Haferflocken, Cornflakes und Milch. Naja, zumindest Wasser mit Milchpulver und Klümpchen.Um 10:30 Uhr konnten wir uns (pünktlich!) auf den Weg machen, unsere Partnerschule im Dorf Rupapur zu besuchen. Dieses Dorf liegt so abseits, dass die Hinfahrt schon ein Abenteuer war: Von der holprigen Straße und einem breiteren Feldweg bis hin zu einem Trampelpfad mit dem Auto! Trotzdem kamen wir unversehrt an.Unsere Partnerschule besteht aus einem aus Lehm gebauten einklassigen Häusschen, das von innen mit bunten selbstgemachten Girlanden und Wandmalereien verziert ist. Alle Kinder saßen brav auf dem mit Strohmatten ausgelegten Lehmboden; vor ihnen ihre nach Größe sortieren Schulhefte und –bücher. Große Augen starrten uns an. Wir setzten uns zwischen die Schüler und stellten uns nacheinander vor. Mithilfe von unseren Dolmetschern konnten wir interessante Fragen klären und einen ersten Kontakt mit den 19 Grundschülern aufbauen. Sie alle befinden sich im dritten Schuljahr, wenngleich sie auch unterschiedlichen Alters sind (8-14 Jahre). Wir konnten sogar eine Unterrichtsstunde im Fach Englisch beobachten, in der die Kinder verschiedene Wörter schreiben und buchstabieren mussten.Wir überreichten ein persönliches Geschenk – ein selbst gemaltes Bild einer Schülerin des MEG, sowie die Texte zu unserer Schule – und bekamen als Dankeschön verschiedene Tänze und Lieder, sowohl in Bangla, als auch in Orao (ihrer eigenen Sprache als ethnische Minderheit) dargeboten. In Kleingruppen sahen wir uns anschließend sogar die Familien und Häuser der Kinder an und sprachen und spielten mit ihnen. Jeder wollte einmal fotografiert werden und die glücklichsten Gesichter sahen wir, als sie das Foto in der Digitalkamera wiedererkennen konnten. Zufällig hatten wir kleine Wackelbildchen dabei, die wir an die Kinder verteilten. Alle Hände streckten sich uns entegegen, denn jeder wollte eins ergattern.



Dabei beließen wir es heute, da wir am Samstag einen zweiten Besuch dieser Parnterschule geplant haben, an dem wir mit den Kindern gemeinsam singen, spielen und tanzen werden. Eigentlich waren wir alle nach der holprigen Rückfahrt erschöpft, ließen uns aber nicht die Gelegenheit nehmen, ohne Begleitpersonen in die nahegelegene Innenstadt von Joypurhat zu gehen und die Läden zu erkunden. Da wir jetzt alle sogar heile wieder zurückgekommen sind, können wir uns frisch machen für den heutigen anstehenden kulturellen Abend der für Manfred Krüger, Vorsitzender und Mitbegründer von NETZ, (soeben hier eingetroffen) veranstaltet wird. Begleiten werden uns außerdem zwei Workshoppartnerinnen, die in der Nähe wohnen. So können wir noch einmal unseren Kontakt vertiefen.





























Übrigens – zu einer üblichen Redewendung in unserer Gruppe und allen Workshoppartnern, die wir kennen, ist folgendes geworden:„Was geht ab?“- „Läuft!“

Donnerstag, 15. Oktober 2009

Joypurhat Tag 2: Ein Leben lang genug Reis


Nach einer etwas längeren, erholsamen Nacht in unserem Quartier, bekamen wir nach dem Frühstück einen Einblick in die Arbeit von ASHROI (Action to Safeguard Human Rights Of the Indigents). ASHROI ist eine hiesige NGO mit der NETZ an einigen Projekten zusammenarbeitet. Von besonderem Interesse für uns war dabei das IFSUP (Income and Food supply for ultra poor) Projekt. Dabei handelt es sich um das von unserer Schule unterstützte Projekt: Ein Leben lang genug Reis. Nach einer etwas trockenen, theoretischen Einführung und einer kurzen Diskussion im Anschluss hatten wir die Gelegenheit uns unser unterstütztes Projekt „Live und in Farbe“ anzugucken.
Also raus in die Vans (diesmal wirkliche Vans!) und los ging es. Nach zwanzig minütiger Fahrt über holperige Straßen erreichten wir das Dorf. Dort wurden wir erneut überaus freundlich begrüßt und wohnten einer Versammlung jener Frauen bei, welche vom IFSUP-Projekt unterstützt werden. Dank der Hilfe von Agata konnten wir uns mit diesen Frauen über die Organisationsstrukturen, ihre Ängste, ihre Hoffnungen, ihre Träume und die bereits erreichten Ziele austauschen. Hier wurde jedem von uns ganz klar, dass die am MEG geleistete Arbeit zur Unterstützung dieser extrem armen Familien ganz wichtig ist und wir hier auch schon einiges bewirkt haben! Nach diesem Austausch nutzten wir die Gelegenheit und begleiteten einige der Frauen zu ihren Häusern und Familien. Spätestens hier erhielt der Begriff „Armut“ für uns alle eine neue Dimension – Eltern, Kinder und das Vieh teilen sich des Nachts einen kleinen Raum. Besonders beeindruckend war jedoch auch die Gastfreundschaft der Familien, ihre Zufriedenheit, das Zusammengehörigkeitsgefühl der Dorfgemeinde und der Wille der Eltern ihren Kindern durch Bildung eine bessere Zukunft zu sichern. In diesem Lichte erschien uns unser hiesiges Quartier schon wieder luxuriös und auch unser Leben in Deutschland wurde in ein vollkommen neues Licht gerückt. Abends erfolgte dann nochmal ein Austausch über die erlebten Erfahrungen, bevor wir müde auf unsere Pritschen fielen.