Montag, 5. Oktober 2009

Ankunft in Dhaka

Der erste Tag in Bangladesch und Dhaka: Das Frühstück verlief noch im westlichen Stil, es gab Toast und heimisches Obst.
Danach haben wir uns zum Netz-Office aufgemacht.
Dort wurden uns die einzelnen Mitarbeiter vorgestellt und wir haben eine Einführung in die Geschichte von Bangladesch bekommen, während wir auf die Kopien unserer Pässe gewartet haben.
Der Umtausch von Euro in Taka hat bei uns allen eine kleine Euphorie ausgelöst: Es war fast wie ein Lottogewinn, so viele Scheine hatten wir plötzlich in der Hand.
Als kleine Programmänderung wegen terminlichen Schwierigkeiten besuchten wir nicht wie geplant die Slumschule, sondern machten uns zum Liberation-Museum inmitten von Dhaka auf.
Das dauerte leider ein bisschen länger als geplant: Stau...
Insgesamt sind wir nun gut über die bangladeschische Geschichte informiert, jedoch ist uns aufgefallen, dass man hier ganz anders mit der Geschichte umgeht. Im Museum wurden dann einfach mal Knochen und Fotos von ermoderten Leuten dargestellt.
Dies sorgte dafür, dass wir alle ein bisschen geschlaucht und betroffen waren.
Von hier aus ging's dann ab ins Star Hotel Restaurant(auf dem Weg: Stau), um wieder ein bisschen Kraft zu tanken, indem wir von den Einheimischen dabei bestaunt wurden, wie uns die Chilischoten die Tränen in die Augen trieben und wir versuchten, mit den Händen zu essen. Für sie muss es wahrscheinlich so ausgesehen haben, wie für uns Kleinkinder die lernen, mit Messer und Gabel zu essen...
Dabei wurden wir fotografiert und beobachtet, als kämen wir von einem gänzlich anderen Planeten. Vom Restaurant aus fuhren wir dann gemeinsam zum New Market in Dhaka (Bangladeschs größter Markt), um unser frisch getauschtes Geld sofort wieder auszugeben und landestypische Kleidung zu kaufen.
Hauptsächlich sind davon die Mädchen betroffen, da wir ganz besonders darauf achten müssen, angemessen gekleidet zu sein (das heißt: keine Fußknöchel, keinen Ausschnitt und deine Hüftkonturen zeigen).
Nachdem wir nur Glitzer-Kitsch und Schnickschnack und grelle Farben sahen, haben wir nach vielen Bemühungen endlich ein Geschäft gefunden, in dem wir uns schließlich alle einkleiden konnten.
Erschreckend war für uns, dass wir die Kleidung verhältnismäßig zu Deutschland sehr günstig fanden, aber trotzdem durch den Einkauf das Gehalt eines Ladenmitarbeiters für vier Monate à ca. 42 Euro pro Monat ausgegeben.
Auf dem Weg zurück in unsere Behausung: Stau.
Zum Abendessen besuchte uns Sanaiyya, die wir bereits in Tönisvorst am MEG im Zusammenhang mit Netz und ASK während ihrer Rundreise kennengelernt haben.
Eine kurze Reflexionsrunde ließ nochmal die Impressionen des Tags aufleben. Und wie sollte es hier in Bangladesch auch sein: Schon wieder gab es Stau. Dieses Mal aber vor den Duschen ;)
Der Satz, den man hier am häufigsten hört, wenn wir nach Hause kommen ist: "Ich bin sooo schmandig!" (Immerhin ist es immer noch schwül-warm)
Jetzt gleich trauen wir uns alle nochmal im Abendverkehr von Dhaka auf eine Rikscha, um unsere Lehrerin Frau Manke zu ihrem Hotel zu bringen. (Ein Bett haben wir leider zu wenig hier)
Morgen gehts dann nach Gaibandha, wo wir eine Woche verbringen werden. Wir sind schon aufgeregt, unsere Workshoppartner zu treffen... Aber davon morgen mehr ;)

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